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Anwärter/-innen der Bundespolizei besuchen die Lebenshilfe Bamberg

„Es war beeindruckend, wie freundlich und geduldig mit den Menschen mit Behinderung umgegangen wird,“ „Die Mitarbeiterin lebt für ihren Job“, „Man kann den Menschen nicht ansehen, was in ihnen steckt und was sie erlebt haben“ - dies waren einige Zitate von der Auswertungrunde der Polizeimeisteranwärter/-innen (PMA/-innen) der Bundespolizei am vergangenen Mittwoch. 150 Männer und Frauen, die dieses Jahr die Ausbildung begonnen haben, waren in ihrer sozialen Projektwoche für einen Tag bei der Lebenshilfe Bamberg. In 10 Lebenshilfe-Einrichtungen konnten sie, nach einer kurzen Einführung von Geschäftsführer Günther Hofmann, in Kleingruppen für ein paar Stunden dabei sein und lernten Menschen mit Behinderung kennen. Welche Bandbreite an Behinderungen es gibt und welche verschiedenen Angebote die Lebenshilfe vom Baby bis zum Senior macht, fanden die PMA/-innen sehr interessant. Mit mehr oder weniger Berührungsängsten und sehr aufgeschlossen kamen die jungen Leute im Alter von 16-35 Jahren in die Häuser und konnten mitarbeiten. In der Frühförderung nahmen drei PMA an Therapien teil und waren begeistert, wie bestärkend die Therapeutinnen mit den Kindern umgingen. Hier wurde vermittelt, die Defizite nicht nur bei den Kindern zu sehen und diese zu fördern, sondern auch das Umfeld zu sensibilisieren, den Blick auf die Kinder zu verändern.

In der Bertold-Scharfenberg-Schule waren mehrere angehende Polizisten/-innen auf die Klassen verteilt. Beim Kochen konnten sie erleben, dass man Rezepte auch ohne Wörter lesen kann und wie wichtig eine gute Vorbereitung der Arbeitsmaterialien für die Kinder ist. In der 5. Klasse wurde getöpfert und in der Zauberstunde der 4. Klasse wurden den PMA nach dem Einstudieren von Zaubersprüchen, Löcher in den Bauch gefragt. Auch in den 4 Werkstätten erlebten die Hopsitanten die vielfältige Bandbreite an Arbeiten, die hier ausgeführt werden und dass es sich keineswegs nur um einfache Tätigkeiten handelt. Das eine Werkstatt für behinderte Menschen wie ein Unternehmen geführt wird und Aufträge aus der Industrie bearbeitet, war vielen PMA vorher nicht klar.
Sehr beeindruckend fand Polizeianwärter, der die Werkstatt integra MENSCH besuchte, das Schicksal eines Mannes, der mit Mitte 40 eine Hinrhautentzündung erlitt und danach nicht mehr seinem erlernten Beruf nachgehen konnte. Er berichtete seinen Kolleginnen und Kollegen ausführlich in der großen Runde darüber.
Auch das Interesse an der Polizeiarbeit war von den Klienten der Lebenshilfe auch sehr groß. In der Beruflichen Bildung, dem Förderbereich, einem Wohnheim und dem Pflegeheim wurden von beiden Seiten viele Fragen gestellt und mit Vorurteilen aufgeräumt. Die Schülerinnen und Schüler fragten beispielsweise, warum die Anwärter/-innen keine Pistolen tragen, ob sie ihre Uniform selber reinigen müssen und ob sie schon Polizeiauto fahren dürfen.

Die Rückmeldungen der PMA/-innen waren insgesamt sehr positiv. Beindruckend fanden sie das Engagement und Herzblut, mit denen das Personal der Lebenshilfe mit den Menschen mit Behinderung umgeht. Eine PMA‘in schlug vor, das nächste Spendenprojekt der Anwärter/-innen zugunsten der Frühförderung zu organisieren. Die Zeit verging viel zu schnell und der Projekttag konnte zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen.

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