Gemeinschaft . Vielfalt . Chancen

Rebellen; 10:30 Min, 2016

Der Film Rebellen von Michael Hemm greift in die Trickkiste und versetzt die Zuschauer in die Zukunft ins Jahr 2050. In dieser Zeit ist die UN Behindertenrechtskonvention längst umgesetzt und es ist selbstverständlich, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt und selbstbestimmt in der Gesellschaft leben.
Aus der Zukunft lässt der Film die Zuschauer auf das Jahr 2015 zurückblicken. Inklusion ist noch in weiter Ferne und die meisten Menschen mit Behinderung leben in Sondereinrichtungen. In wieder gefundenem Filmmaterial aus dem Jahr 2015 entdeckt man allerdings auch, dass es bereits damals einigen Menschen mit Behinderung gelang, ihre Interessen und Wünsche selbstbestimmt umzusetzen.

Hintergrund:
Während junge erwachsene Menschen sich mit der Zeit vom Elternhaus lösen, einen Beruf erlernen, heiraten und eine eigene Familie gründen, ist dieser Weg für erwachsene Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung meist nicht vorgesehen. Immer noch findet ihr Leben zum größten Teil in Sondereinrichtungen statt. In der Regel leben sie als Singles bei ihren Eltern oder in einem Wohnheim. Verschlossen bleiben ihnen auch meist die regulären Weiterbildungsangebote, eine aktive Teilhabe an Kunst und Kultur sowie am Vereinsleben.
Da die Gründung einer eigenen Familie in der Regel wegfällt, wäre es bei der Lebensplanung für Menschen mit geistiger Behinderung um so wichtiger, Strukturen für eine individuelle und selbstbestimmte Freizeit- und Weiterbildungsgestaltung, eine Partnerschaft und einen erfüllten Beruf zu schaffen.
Im Jahr 2016 ist die Möglichkeit einer individuellen selbstbestimmten Lebensgestaltung von Menschen mit geistiger Behinderung eher die Ausnahme. Die wenigsten haben die Gelegenheit individuelle  Hobbys  und Leidenschaften zu entwickeln und auszuüben. Doch oft ist viel mehr möglich, als sie selbst, die Eltern, die Sonderpädagogen und die Gesellschaft glauben.
Umso mehr zeigen die Protagonisten des Films beispielhaft auf, welche versteckten Stärken und Ressourcen sie haben, wenn man ihnen die Gelegenheit und die Unterstützung dazu gibt.

 

 

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